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Das Kloster San Juan de la Peña ::: |
In den so genannten "äußeren pyrenäischen
Bergen" (Sierras Exteriores Pirenaicas) südwestlich von
der Stadt Jaca hebt sich die Sierra von San Juan de la Peña
empor. In diesem seit 1920 zum Landschaftsschutzgebiet ernannten
Gebiet fließen auf außergewöhnliche Weise besondere
landschaftliche, historische und kulturelle Werte zusammen. Hier
befindet sich das wichtigste hochmittelalterliche Kloster Aragoniens:
El Monasterio de San Juan de la Peña.
Das Kloster San Juan de la Peña wird als der heilige Tempel
betrachtet, in dem die Grundlagen für das geschaffen wurden,
was später einmal Aragonien sein sollte.
San Juan de la Peña befindet sich im Nordwesten Aragoniens,
in der Nähe der Flusstäler des Echo und des Ansó
und in unmittelbarer Nähe zu Jaca, der ersten aragonesischen
Hauptstadt.
Infolge der arabischen Invasion im Jahre 721 n. Chr. zogen sich
eine Reihe von Einsiedlern vor der Besatzungsmacht zurück und
gründeten einen Mittelpunkt für Einsiedler, welche zurückgezogen
ein Leben der Enthaltsamkeit und Gotteshingabe lebten.
Im Jahre 920 eroberte Galindo Aznárez II., Graf von Aragonien,
das Gebiet südlich des Flusses Aragón und drang dabei
bis zum Gebirge San Juan de la Peña vor. Dort ließ
er genau an der Stelle, wo die Eremiten lebten, ein kleines Kloster
erbauen, welches er dem Heiligen Julian der Heiligen Basilisa weihte.
Das Einzige, was bis in die heutige Zeit davon übrig geblieben
ist, ist die motzarabische bzw. die “niedrige” Kirche.
Genau darüber ließ Sancho von Navarra im XI. Jh. das
(größere) Kloster San Juan de la Peña errichten,
welches die Klöster San Julian und Santa Basilisa und eine
Reihe anderer Bauwerke umfasste, die in dieser Epoche schrittweise
dazu kamen. Darüber hinaus verlieh er dem Kloster zahlreiche
Ländereien und begann mit dem Bau der alten Kirche. Im Jahr
1071 wurde zum letzten Mal in Spanien der alte spanisch-westgotische
Ritus zelebriert, da im Folgenden der Ritus der römischen Kirche
eingeführt wurde.
Während des 12. und 13. Jh. erlebte das Kloster einen gewissen
Verfall. Durch Streitigkeiten und mehrfache Prozesse gegen die benachbarten
Erzbistümer verschmälerte sich das Vermögen allmählich.
Im Jahre 1245 schließlich kam der Abt Iñigo zu einer
Übereinkunft mit den umliegenden Bistümern, die dem Kloster
zu einer lange Friedenszeit verhalfen.
1675 fiel das Bauwerk einem Brand zum Opfer, der das Refektorium,
das Gästehaus und das Archiv des Klosters zerstörte. Der
Brand dauerte drei Tage und hinterließ das Gebäude in
einem bedauernswerten Zustand, sodass der Bau des neuen Klosters
beschlossen wurde.
1889 wurde das alte Kloster aufgrund seines historischen und künstlerischen
Wertes zum geschützten Baudenkmal ernannt. 1920 wurde dem Gebiet
der Titel des königlichen Landschaftsschutzgebietes verliehen.
Was die Legende berichtet:
Laut der Legende befand sich ein junger Adliger namens Voto auf
Jagd in dieser Gegend. Er erblickte ein Reh und verfolgte es, aber
das Tier war scheu und als sie an den Berg Pano gelangt waren, sprang
es in den Abgrund. Voto sah auf dem Rücken seines Pferdes den
Tod unter sich. In seiner Verzweiflung bat er den Heiligen Johannes
den Täufer um Hilfe. Durch ein Wunder kam sein Pferd sanft
auf der Erde auf.
Nachdem er nun gesund und unversehrt am Grund der Schlucht stand,
sah er eine kleine Höhle, in der er eine dem Heiligen Johannes
gewidmete Kapelle entdeckte. Als er hineinging, fand er die Leiche
eines Einsiedlers Namens Juan de Atarés. Beeindruckt von
seiner Entdeckung und den Umständen, in denen sie sich abspielte,
kehrte er nach Zaragoza zurück, verkaufte sein Vermögen
und zog sich zusammen mit seinem Bruder Felix in die Höhle
zurück, um ein Einsiedlerdasein zu leben.
Laut der Chronik von San Juan de la Peña:
Nachdem jene heiligen Männer tot waren, kamen zwei rechtschaffene
Männer, von denen der eine Benedicto, der andere Marthelo genannt
wurde und welche in die Fußstapfen der anderen heiligen Männer
traten, die Gott an jenem Ort gedient hatten."
Eine andere Legende berichtet, dass an diesem Ort ein Kern des
Widerstandskampfes gegen die Mauren existierte, an dem nach der
Niederlage von Don Rodrigo zweihundert christliche Flüchtlinge
Zuflucht fanden. Sie gründeten eine befestigte Stadt, der sie
den Namen Pano gaben und die gleich nach ihrer Errichtung von einem
mächtigen muselmanischen Heer angegriffen wurde.
Der Jakobsweg und der Heilige Gral
Das Kloster San Juan de la Peña war (und ist es aktuell wieder)
ein wichtiger Punkt auf dem aragonesischen Jakobsweg.
Der Überlieferung zufolge kamen im Mittelalter zahlreiche Pilger
nach San Juan de la Peña, um die wichtigste seiner Reliquien
zu bewundern: der geschätzten und umstrittenen Heiligen Gral.
Man erzählt, dass der Kelch -nachdem er von Sankt Lorenz in
diese Gegend Huescas gebracht worden war - aufgrund der Gefahr,
welche die spürbare muselmanische Präsenz darstellte,
durch verschiedene religiöse Stätten der Pyrenäen
wanderte.
Wissenswertes zum neuen Kloster:
Am 24. Februar 1675 wurde das alte Kloster von dem drei Tage andauernden
Feuer verwüstet, bei dem auch mehrere Nebengebäude in
Brand gerieten. Angesichts dieses Ereignisses sowie der düsteren
Atmosphäre und den Problemen mit der Feuchtigkeit und zahlreichen
baufälligen Stellen wurde die Entscheidung getroffen, ein neues
Kloster zu errichten. Als Standort wurde ein nahe gelegener Ort
gewählt. Zu jenem Zeitpunkt war die Abtei nicht besetzt und
es wurde beschlossen, die Stelle unbesetzt zu lassen und die dafür
vorgesehenen Gelder für die Errichtung des neuen Klosters zu
verwenden.
Es ist ein barockes Bauwerk, das mit Kreuzgängen, einem Abt-Gemach
mit Schreibzimmern, 19 Zimmern für Mönche, dem Ehren-
und Ministerzimmer, dem Archiv, dem Refektorium (=Klosterspeisesaal)
mit der Küche und den dazugehörigen Schreibzimmern, der
Krankenstube, der Apotheke mit Zimmern für Arzt, Apotheker
und Chirurg, den Gästezimmern, den Kornkammern und Weinkellern
und der Bibliothek ausgestattet war. Es gab auch einige Gartenbeete
für den Gebrauch der Mönche, ein Gasthaus, ein Krankenhaus
für Arme und Pilger sowie Pferdeställe, Scheunen und Holzschuppen.
Der spanische Unabhängigkeitskrieg, die Säkularisierung,
die Verwahrlosung und die Zeit haben dazu geführt, dass alle
diese Gebäude heute zerstört sind.
Die Kirche hat drei Schiffe und sechs Seitenkapellen. Hier ist
besonders das beachtenswerte Portal hervorzuheben, das von zwei
Seitentürmen eingerahmt und von einem dreieckigen Giebel gekrönt
ist. Es wurde von dem aus Pamplona stammenden Bildhauer Pedro Onofre
nach einem vorhergehenden Entwurf des Malers Francisco del Plano
durchgeführt. Es besteht aus drei in bogenförmigen Mauern
stehenden Statuen. Es sind die Statuen von Sankt Johannes dem Täufer
in der mittleren Mauer, von Sankt Indalecio auf der linken Seite
und von Sankt Benedikt auf der rechten. Heute kann man das Innere
des neuen Klosters nicht besichtigen, aber allein das großartige
barocke Portal ist schon einen Besuch wert.
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