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Katalonien und seine Geschichte ::: |
Katalonien (katalanisch Catalunya, spanisch Cataluña)
ist eine Autonome Gemeinschaft in Spanien. Es liegt im Nordosten
der Iberischen Halbinsel zwischen der Mittelmeerküste und den
Pyrenäen. Die Hauptstadt ist Barcelona. Amtssprachen sind Katalanisch
und Spanisch. Katalonien hat rund 6,8 Millionen Einwohner.
Geografie:
Im Norden, getrennt durch die Pyrenäen, grenzt Katalonien an
Frankreich und Andorra, im Westen an Aragonien und im Südwesten
an die Region Valencia.
Bedeutende Städte neben Barcelona sind Tarragona, Lleida und
Girona, sowie Manresa, Igualada, Martorell, Terrassa und Sabadell.
L'Hospitalet und Badalona, ebenfalls große Städte, grenzen
direkt an Barcelona und gehören in dessen Agglomeration.
Der Küstenverlauf ist vielgestaltig und im Norden an der felsigen
Costa Brava geprägt von zahlreichen sandigen kleinen Buchten,
den Calas, während im Süden an der Costa Daurada weite
Sandstrände vorherrschen. Katalonien nennt einige der bedeutendsten
Naturschutzparks der iberischen Halbinsel sein Eigen. Hervorzuheben
sind im Nordwesten in den Pyrenäen der Nationalpark Aigüestortes
i Estany de Sant Maurici und im Süden der Naturpark im Delta
des Ebro.
Geschichte:
Im 8. Jahrhundert herrschten über die lokale meist kelto-iberische
Bevölkerung westgotische Adlige. Das Erbe des Westgotenreiches
behauptete sich am Südhang der Pyrenäen am zähesten.
Bis in das 11. Jahrhundert blieb der gotische Rechtskodex Liber
Iudicum von 654 in Gebrauch - auch die Einbeziehung der südlichen
Pyrenäenregion in das fränkische Markensystem (Spanische
Mark) änderte nichts daran. Preiswerten "Spanien Urlaub" aus unserem Online-Reisebüro
Die Bewahrung lokaler Eigenständigkeit war jedoch nicht gleichbedeutend
mit kultureller Isolation. Der Pyrenäenraum war seit jeher
ein bevorzugtes Durchzugsgebiet für Kultur und Handel zwischen
dem Vorderen Orient und den britischen Inseln.
Im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Frankenreich
und den Arabern entstanden Ende des 8. / Anfang des 9. Jahrhunderts
im nördlichen Teil des heutigen Kataloniens mehrere Grafschaften,
die zunächst dem westfränkischen bzw. französischen
König unterstanden, im Laufe der folgenden Jahrhunderte aber
zunehmend selbständiger wurden.
Der Graf Wilfried der Haarige (katalanisch Guifré el Pilós;
† 11. August 897) vereinigte die Grafschaften Urgell, Cerdanya,
Barcelona und Girona unter seiner Herrschaft und begründete
die Dynastie der Grafen von Barcelona. Ende des 10. Jahrhunderts
lösten sich die katalanischen Grafschaften aus der Lehnsherrschaft
des westfränkischen Königs.
Durch den Ehevertrag zwischen Ramon Berenguer IV., Graf von Barcelona,
und der erst einjährigen Petronila/Peronella, Erbin der Krone
Aragoniens, entstand 1137 aus Aragonien und den im 12. Jahrhundert
mit Katalonien weitgehend identischen Ländern der Grafen von
Barcelona eine Staatsgemeinschaft, die als Krone Aragonien bekannt
ist. Durch weitere dynastische Verbindungen sowie Eroberungen wurde
sie im Hoch- und Spätmittelalter zur führenden Macht des
westlichen Mittelmeerraumes. Ihr wirtschaftliches und kulturelles
Zentrum war Katalonien, dessen Handelsflotte den westlichen Mittelmeerraum
beherrschte.
1469 heiratet Ferdinand, Erbe der Krone Aragoniens, seine Cousine
Isabel, Erbin von Kastilien. Als die «Katholischen Könige»
(Los Reyes Católicos) gehen sie in die Geschichte ein. Dies
war jedoch zunächst bloß eine Personalunion, so dass
die innere politische Eigenständigkeit Kataloniens erhalten
blieb.
Im Konflikt zwischen Spanien und Frankreich Mitte des 17. Jahrhunderts
ergriff Katalonien Partei für Frankreich, saß jedoch
dann beim Friedensschluss von 1659, dem Pyrenäenfrieden, zwischen
allen Stühlen und wurde zweigeteilt: Die katalanischen Gebiete
nördlich der Pyrenäen (Roussillon) gingen an Frankreich
verloren. Spanisch Sprachreisen
Im Spanischen Erbfolgekrieg (1700-1713), in dem es um die Thronfolge
nach dem Tod des kinderlos gebliebenen Karl II. ging, ergriff Katalonien
wieder für die "falsche" Seite Partei, indem es den
Habsburger Thronprätendenten Erzherzog Karl gegen den Bourbonen
Philipp von Anjou unterstützte. Der im Frieden von Utrecht
als Sieger hervorgegangene Philipp V. bestrafte Katalonien dafür
hart: 1714 wurde Barcelona von französischen Truppen besetzt
und die katalanischen Institutionen wurden aufgelöst, wodurch
die katalanische Selbstverwaltung endete.
Erst in der Zweiten Republik erlangt Katalonien durch das Autonomiestatut
von 1931 erneut politische Eigenständigkeit, die jedoch vom
Beginn der Franco-Diktatur 1939 bis zur Annahme der Verfassung von
1978 unterbunden war. Während des Spanischen Bürgerkriegs
1936-39 war das Land (vor allem Barcelona) Schauplatz einer Revolution.
1979 erhielt Katalonien ein neues Autonomiestatut. In dessen Rahmen
wurden die Kompetenzen und auch die Finanzierung der Region immer
weiter ausgebaut wurden, meist auf Druck der national-katalanischen
Gruppierungen. Die Politik in Katalonien wurde seit dem Jahr 1980
von dem christdemokratisch-nationalkatalanisch geprägten Parteienbündnis
Convergència i Unió (CiU) unter ihrem Vorsitzenden
Jordi Pujol geprägt. Von 1980 bis zum Jahr 2003 erzielte CiU
bei Wahlen dreimal relative und dreimal absolute Mehrheiten und
stellte mit Pujol ununterbrochen den Regierungschef Kataloniens
(President de la Generalitat).
Sprachen:
Während der Franco-Diktatur wurde die katalanische Sprache
stark unterdrückt, viele Ortsnamen wurden spanisiert. Seit
1978 jedoch genießt die Region Katalonien ein verfassungsmäßig
abgesichertes Autonomiestatut. Seitdem gewinnt die traditionell
angestammte katalanische Sprache zunehmend an Bedeutung. Die verschiedenen
kulturellen und sprachlichen Autonomiebestimmungen wurden im Sau-Statut
präzisiert und festgeschrieben. Somit stehen sich Spanisch
("Kastillisch") und Katalanisch heute offiziell gleichberechtigt
gegenüber, auch wenn das Katalanische immer dominanter wird.
Die Regionalregierung unterstützt die katalanische Sprache
nach Kräften, auch Medien aller Art werden finanziell gefördert.
Heute spricht der überwiegende Teil der Bevölkerung im
Alltag Katalanisch, während Spanisch als Zweitsprache gelernt
wird. Der Schriftverkehr mit öffentlichen Behörden und
der Schulunterricht erfolgen fast ausschließlich in Katalanisch,
die Universitäten lehren überwiegend in der katalanischen
Landessprache und sogar Unternehmen müssen ihre Publikationen
(zumindest auch) in Katalanisch herausgeben. Spanischsprachige Zuwanderer
aus anderen Landesteilen empfinden diese Politik häufig als
schikanös, da ihnen im Alltag oft Katalanischkenntnisse abverlangt
werden, die sie in Kursen nachholen müssen.
Im Bereich der Printmedien und im Hörfunk hat das Katalanische
schon heute eine beherrschende Stellung, im Fernsehen nimmt es breiten
Raum ein. Angesichts dieser Entwicklungen ist es nicht verwunderlich,
dass vor allem die jüngere Generation heute meist besser Katalanisch
spricht als Spanisch. Im Val d'Aran sprechen ca. 7000 Menschen Aranesisch,
einen okzitanischen Dialekt. Obwohl Okzitanisch in Südfrankreich
weit verbreitet ist, genießt es nur im Arantal offiziellen
Status.
Politik:
Die politischen Institutionen Kataloniens beruhen gegenwärtig
auf dem Autonomiestatut von 1979. Das Parlament Kataloniens (Parlament
de Catalunya) besteht aus 135 Abgeordneten, die alle vier Jahre
in direkten allgemeinen Wahlen gewählt werden. Es wählt
seinerseits den Präsidenten der Generalitat de Catalunya (President
de la Generalitat de Catalunya), der das Oberhaupt der regionalen
Selbstverwaltung ist. Der Präsident der Generalitat ernennt
den Conseller Primer (soviel wie Premierminister) und die übrigen
consellers (soviel wie Ressortminister), die zusammen den Consell
Executiu oder Govern de la Generalitat de Catalunya (Regionalregierung)
bilden. Alle Institutionen der regionalen Selbstverwaltung zusammen
(Parlament, Präsident und Regierung) bilden die Generalitat
de Catalunya. Katalonien erhält gegenwärtig ebenso wie
die übrigen Autonomen Gemeinschaften Spaniens mit Ausnahme
des Baskenlandes und Navarras 33 Prozent der in dieser Region erhobenen
Einkommenssteuern.
Bei den Wahlen zum Parlament der Autonomen Gemeinschaft Katalonien
am 16. November 2003 konnte das seit 23 Jahren regierende christdemokratisch-liberal-regionalistische
Parteienbündnis Convergència i Unió (CiU) seine
relative Mehrheit nach Sitzen (46 Sitze) zwar verteidigen. Mit 42
Sitzen wurde die Partei der Sozialisten Kataloniens ([PSC (Partit
dels Socialistes de Catalunya)]) allerdings zweitstärktste
Partei. Tatsächlich konnten die Sozialisten sogar mehr Wählerstimmen
als die CiU auf sich vereinigen.
In den nachfolgenden Koalitionsgesprächen zeichnete sich erstmals
seit 1980 eine Regierungsmehrheit ohne CiU ab. Die Sozialistische
Partei Kataloniens (PSC), die Republikanische Linke Kataloniens
(ERC) und die Initiative für Katalonien/Grüne (ICV) unterschrieben
am 14. Dezember 2003 ein entsprechendes Regierungsabkommen. Die
Koalition einigte sich auf Pasqual Maragall, den ehemaligen Bürgermeister
von Barcelona, als neuen Regierungschef. Am 16. Dezember 2003 erfolgte
die Wahl zum President de la Generalitat.
Zur Zeit steht die katalanische Regierung in Verhandlungen mit
der spanischen Zentralregierung wegen einer Novellierung des Autonomiestatuts.
Es soll insbesondere erreicht werden, dass Katalonien, wie jetzt
schon das Baskenland und Navarra, alle Steuern selbst erheben kann
und nicht ausschließlich von Finanzzuteilungen aus dem gesamtspanischen
Haushalt abhängt. Dies scheint jedoch unwahrscheinlich, da
die spanische Regierung darauf besteht, dass die Katalanen ihr neues
Finanzierungssystem zusammen mit den anderen Autonomen Gemeinschaften
aushandeln sollen.
Am 30. September 2005 konnte sich das katalanische Parlament auf
ein neues Statut einigen. Die Zentralregierung in Madrid kündigte
jedoch bereits an, die Formulierung, Katalonien sei eine Nation,
nicht zu akzeptieren. Noch ist das neue Statut daher nicht verabschiedet
und die Verhandlungen zwischen Zentralregierung und katalanischem
Parlament dauern an.
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